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[[Datei:PeterskircheAl.jpg|330px|right]][[Datei:PetersbergAl.jpg|330px|right]][[Datei:PetersbergPlan.jpg|330px|right]]Der Petersberg am Rande der Erfurter '''[[Altstadt]]''' war ursprünglich wohl Kultstätte, Fliehburg und Königspfalz. 1060 wurde ein dortiges Chorherrenstift in das Benediktinerkloster St. Peter und Paul umgewandelt. 1103 bis 1147 nach einem Brand neu erichtet, wurde das '''[[Peterskloster]]''' mit der Zeit eines der einflussreichsten in '''[[Geschichte Thüringens|Thüringen]]'''. Fünf Reichstage hielt allein Kaiser '''[[Barbarossa_Kniefall_Heinrich_der_Löwe_Erfurt_1181|Friedrich I. Babarossa]]''' ab; hier unterwarf sich ihm 1181 Heinrich der Löwe. 1803 wurde das Kloster durch die '''[[Preussen Erfurt|Preußen]]''' aufgehoben. 1813 während der Befreiungskriege durch '''[[Belagerung_Erfurt_1813/14|Beschießung]]''' in Brand geraten, wurden die Reste bis auf den Torso der romanischen '''[[Visionen_Peterskirche_Stadtkrone_Buga|Peterskirche]]''' (Abb.1, Foto: Alexander Raßloff) durch die Preußen abgetragen.
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Nachdem Erfurt 1664 gewaltsam unter '''[[Historische Beziehungen Erfurt Mainz|Mainzer Oberherrschaft]]''' gebracht worden war, ließ Erzbischof Johann Philipp von Schönborn ab 1665 die '''[[Zitadelle Petersberg]]''' errichten. Als Symbol der Macht wirkt dabei bis heute das prächtige '''[[Petersbergportal|Portal]]''' des Kommandantenhauses von vor 1673 (Abb. 2, Foto: Alexander Raßloff). Am Bau der Festung wirkten bekannte Festungsbaumeister mit, so der Italiener Petrini und Maximilian von Welsch. Abwechselnd waren kurmainzische, französische und preußischen '''[[Militär in Erfurt|Truppen]]''' stationiert. In der '''[[Weimarer Republik]]''' hatten sich während des '''[[Kapp_Putsch_Uniform|Kapp-Putsches 1920]]''' die Reichswehr und das Freikorps Thüringen hier verschanzt. Von 1933 an wurden verhaftete Antifaschisten in das '''[[Gedenktafel_Gefängnis_Petersberg|Polizeigefängnis]]''' verschleppt und '''[[Deserteursdenkmal_Erfurt|Deserteure]]''' auf dem Festungsgelände erschossen. In der DDR wurden Teile der Anlage von Polizei und Staatssicherheit genutzt.
 
Nachdem Erfurt 1664 gewaltsam unter '''[[Historische Beziehungen Erfurt Mainz|Mainzer Oberherrschaft]]''' gebracht worden war, ließ Erzbischof Johann Philipp von Schönborn ab 1665 die '''[[Zitadelle Petersberg]]''' errichten. Als Symbol der Macht wirkt dabei bis heute das prächtige '''[[Petersbergportal|Portal]]''' des Kommandantenhauses von vor 1673 (Abb. 2, Foto: Alexander Raßloff). Am Bau der Festung wirkten bekannte Festungsbaumeister mit, so der Italiener Petrini und Maximilian von Welsch. Abwechselnd waren kurmainzische, französische und preußischen '''[[Militär in Erfurt|Truppen]]''' stationiert. In der '''[[Weimarer Republik]]''' hatten sich während des '''[[Kapp_Putsch_Uniform|Kapp-Putsches 1920]]''' die Reichswehr und das Freikorps Thüringen hier verschanzt. Von 1933 an wurden verhaftete Antifaschisten in das '''[[Gedenktafel_Gefängnis_Petersberg|Polizeigefängnis]]''' verschleppt und '''[[Deserteursdenkmal_Erfurt|Deserteure]]''' auf dem Festungsgelände erschossen. In der DDR wurden Teile der Anlage von Polizei und Staatssicherheit genutzt.
  
Nach 1989/90 rückte der Petersberg wieder in den Fokus. Für die '''[[Bundesgartenschau Erfurt 2021|Bundesgartenschau 2021]]''' soll die dank der Bauhütte Petersberg weitgehend sanierte Stadtfestung als eines der wichtigsten Kulturdenkmale Thüringens noch stärker erlebbar werden. Eine Initiative engagierter Bürger um Historiker Dr. Steffen Raßloff und Heimatmaler Jürgen Valdeig für die Peterskirche wurde 2014 vom Tourismusverein Erfurt mit der Projektidee '''[http://tourismusverein-erfurt.de/wp-content/uploads/2014/11/Petersberg_Layout.pdf Eine neue Stadtkrone für Erfurt]''' aufgegriffen. Diese stellt sich als Ziele unter anderem die "denkmalgerechte Sanierung und funktionelle Aufwertung" der Peterskirche, die nun umgesetzt wird. Im Kommandantenhaus entsteht mit dem Empfangszentrum '''[[Petersberg Entree Erfurt|Petersberg Entree]]''' eine populäre multimediale Schau zur Geschichte. In der Defensionskaserne könnte ein '''[[Landesmuseum_Thueringen_Erfurt_Petersberg|Thüringer Landesmuseum]]''' seinen Platz finden. (Lageplan der Zitadelle: TomKidd, zum Vergrößern anklicken)
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Nach 1989/90 rückte der Petersberg wieder in den Fokus. Für die '''[[Bundesgartenschau Erfurt 2021|Bundesgartenschau 2021]]''' soll die dank der Bauhütte Petersberg weitgehend sanierte Stadtfestung als eines der wichtigsten Kulturdenkmale Thüringens noch stärker erlebbar werden. Eine Initiative engagierter Bürger um Historiker Dr. Steffen Raßloff und Heimatmaler Jürgen Valdeig für die Peterskirche wurde 2014 vom Tourismusverein Erfurt mit der Projektidee '''[http://tourismusverein-erfurt.de/wp-content/uploads/2014/11/Petersberg_Layout.pdf Eine neue Stadtkrone für Erfurt]''' aufgegriffen. Diese stellt sich als Ziele unter anderem die "denkmalgerechte Sanierung und funktionelle Aufwertung" der Peterskirche, die nun umgesetzt wird. Im Kommandantenhaus entsteht mit dem Empfangszentrum '''[[Petersberg Entree Erfurt|Petersberg Entree]]''' eine populäre multimediale Schau zur Geschichte. In der Defensionskaserne könnte ein '''[[Landesmuseum_Thueringen_Erfurt_Petersberg|Thüringer Landesmuseum]]''' seinen Platz finden.  
  
 
('''[[Steffen Raßloff|Dr. Steffen Raßloff]]''')
 
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Aktuelle Version vom 6. Juli 2019, 11:49 Uhr

Petersberg

Der Petersberg ist ein Höhenzug im Nordwesten der Erfurter Altstadt mit einem ehemaligem Bendiktinerkloster. Dort wurde ab 1665 die Zitadelle Petersberg errichtet, eine der größten und besterhaltenen Stadtfestungen Europas.


PeterskircheAl.jpg
PetersbergAl.jpg

Der Petersberg am Rande der Erfurter Altstadt war ursprünglich wohl Kultstätte, Fliehburg und Königspfalz. 1060 wurde ein dortiges Chorherrenstift in das Benediktinerkloster St. Peter und Paul umgewandelt. 1103 bis 1147 nach einem Brand neu erichtet, wurde das Peterskloster mit der Zeit eines der einflussreichsten in Thüringen. Fünf Reichstage hielt allein Kaiser Friedrich I. Babarossa ab; hier unterwarf sich ihm 1181 Heinrich der Löwe. 1803 wurde das Kloster durch die Preußen aufgehoben. 1813 während der Befreiungskriege durch Beschießung in Brand geraten, wurden die Reste bis auf den Torso der romanischen Peterskirche (Abb.1, Foto: Alexander Raßloff) durch die Preußen abgetragen.

Nachdem Erfurt 1664 gewaltsam unter Mainzer Oberherrschaft gebracht worden war, ließ Erzbischof Johann Philipp von Schönborn ab 1665 die Zitadelle Petersberg errichten. Als Symbol der Macht wirkt dabei bis heute das prächtige Portal des Kommandantenhauses von vor 1673 (Abb. 2, Foto: Alexander Raßloff). Am Bau der Festung wirkten bekannte Festungsbaumeister mit, so der Italiener Petrini und Maximilian von Welsch. Abwechselnd waren kurmainzische, französische und preußischen Truppen stationiert. In der Weimarer Republik hatten sich während des Kapp-Putsches 1920 die Reichswehr und das Freikorps Thüringen hier verschanzt. Von 1933 an wurden verhaftete Antifaschisten in das Polizeigefängnis verschleppt und Deserteure auf dem Festungsgelände erschossen. In der DDR wurden Teile der Anlage von Polizei und Staatssicherheit genutzt.

Nach 1989/90 rückte der Petersberg wieder in den Fokus. Für die Bundesgartenschau 2021 soll die dank der Bauhütte Petersberg weitgehend sanierte Stadtfestung als eines der wichtigsten Kulturdenkmale Thüringens noch stärker erlebbar werden. Eine Initiative engagierter Bürger um Historiker Dr. Steffen Raßloff und Heimatmaler Jürgen Valdeig für die Peterskirche wurde 2014 vom Tourismusverein Erfurt mit der Projektidee Eine neue Stadtkrone für Erfurt aufgegriffen. Diese stellt sich als Ziele unter anderem die "denkmalgerechte Sanierung und funktionelle Aufwertung" der Peterskirche, die nun umgesetzt wird. Im Kommandantenhaus entsteht mit dem Empfangszentrum Petersberg Entree eine populäre multimediale Schau zur Geschichte. In der Defensionskaserne könnte ein Thüringer Landesmuseum seinen Platz finden.

(Dr. Steffen Raßloff)


Lesetipps

350 Jahre Zitadelle Petersberg. Historischer Kontext - Bauphasen - Schicksal und Chancen des Petersberges (Tagungsband eines Wissenschaftlichen Kolloquiums 2015, Hg. vom Freunde der Citadelle Petersberg zu Erfurt e.V.). Erfurt 2016.

Die Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt. Neue Forschungen zu den Wandmalereien und zur Baugeschichte (Berichte der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Bd. 13). Petersberg 2015.

Jürgen Valdeig/Steffen Raßloff: Die Peterskirche. 900 Jahre Stadtkrone im Wandel der Zeit. Leporello mit sieben Ansichten zur Geschichte der Peterskirche. Erfurt 2014.


Siehe auch: Stadtgeschichte, Peterskirche, Peterskloster, 350. Jubiläum als Zitadelle, Petersbergportal, Petersberg NS-Zeit, Cyriaksburg, Militär in Erfurt, preußische Garnison