Freimaurerloge

Freimaurer in Erfurt

Vgl. auch den Beitrag zur Erfurter Freimaurerei seit der Dalbergzeit von Dr. Steffen Raßloff


Wer oder Was sind Freimaurer?

Freimaurer sind Mitglieder eines ethischen Bundes, einer Freimaurerloge. Sie treten für Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Toleranz, Friedensliebe und soziale Gerechtigkeit ein.

Freimaurerei ist der symbolischer Begriff aus dem Bauhandwerk für die spekulative (geistige) Tätigkeit in den Logen.
Am 24. Juni 1717 vereinigen sich in London vier Logen zur ersten Freimaurer-Großloge der Welt.
Am 06.12.1737 fand in Hamburg die Gründungsversammlung der Loge d`Hambourg als der ersten Freimaurerloge in Deutschland statt.

Erfurter Freimaurerlogen

Bisher sind zwei Freimaurerlogen mit Wurzeln in Erfurt bekannt.
Eine Erfurter Freimaurerloge nannte sich: "Carl zu den drei Adlern im Orient von Erfurt". Gestiftet am 19. Februar 1787.
Die Erfurter Reformfreimaurerloge "Licht und Wahrheit" löste sich selbst im April 1933 auf.

Seit dem 20. September 2009 ist eine Freimaurerloge wieder in der Landeshauptstadt Erfurt beheimatet. Die „Alpha Ori“ gehört zum Verbund der A.F.u.A.M. von Deutschland und ist somit eine eigenständige und gerechte Loge. ([1])

Die Symbole der Freimaurerei

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"Das Buch des Heiligen Gesetzes", das Winkelmaß und der Zirkel werden durch die Freimaurer als Symbole verwendet. Die Symbole des Winkelmaß und des Zirkel kommen aus den mittelalterichen Bauhütten. Die Vereinigung von Winkel und Zirkel steht für das harmonische Miteinander von Geist und Körper, von Bewußtsein und Unbewußtem, von Schöpfer und Schöpfung. Oftmals wird zusätzlich das Symbol "G" verwendet.

  • "Das Heilige Buch der Gesetze" ist ein "heiliges" Buch (in der Regel die Bibel, mitunter auch der Koran, der Talmud, die Bhagavad Gita oder sonstige "heilige" Bücher). Das "heilige" Buch hat heute rein symbolische Bedeutung. Es bleibt dem Einzelnen überlassen, inwieweit er religiös verpflichtende Werke oder allgemein verpflichtende Sittenlehren anerkennen will.
  • Das Winkelmaß steht als Symbol für die Gewissenhaftigkeit. Am rechten Winkel des Winkelmaßes soll der Mensch seine Handlungen ausrichten, nämlich nach Recht und Menschlichkeit.
  • Der Zirkel ist das Symbol für die intellektuelle, emotionale Arbeit des Freimaurers an sich selbst. Der Zirkel verbindet den einzelnen Freimaurer mit allen anderen Brüdern.
  • Das "G" steht als Abkürzung für Geometrie als die fünfte Wissenschaft. Oftmals wird er auch für Gott und Gnosis (Erkenntnis) verwendet.

Die Symbole der Freimaurerei können in abgewandelter Form vorkommen bzw. in anderen Symbolen eingearbeitet sein.

Viele Häuser der Freimaurer sind an diesen Symbolen zu erkennen. (Man muss nur genau hinsehen!) Das Winkelmaß und der Zirkel sind die Symbole des handwerklichen Bauens. Die Freimaurerlogen entwickelten sich aus den mittelalterlichen Baugilden, speziell den so genannten Dombauhütten. Die Mitglieder der Gilde (später der Freimaurerlogen) zierten ihre Bauten, Häuser aber auch ihre Grabsteine mit diesen Zeichen, um ihre Verbundenheit zur Freimaurerei zu demonstrieren.

Berühmte Freimaurer

  • Am 15. August 1738 wurde der Kronprinz Friedrich von Preußen, späterer König Friedrich II "der Große" und von seinen Berliner Landsleuten "der alte Fritz" genannt, Mitglied der Freimaurerloge "Loge d`Hambourg".
  • 1799 trat Gebhard Leberecht von Blücher in Hanau der Freimaurerloge "Zum hellen Licht" bei. Am 6. Februar 1782 wurde er zum Mitglied der Freimaurerloge "Augusta zur goldenen Krone" in Stargard gewählt. 1801 besuchte er wiederholt die Loge "Pax imica malis" in Emmerich, in der auch seine beiden Söhne und neun seiner Offiziere zu Mitgliedern gewählt wurden. In der Zeit von 1802-1806 war Blücher Meister vom Stuhl der Loge "Zu den drei Balken" in Münster. Am 18. September hielt er in der Loge in Bautzen seine in der Freimaurerei berühmten Rede: "Ich habe von Jugend auf die Waffen für mein Vaterland geführt und bin darin grau geworden; ich habe den Tod in seiner fürchterlichsten Gestalt gesehen und sehe ihn noch täglich vor Augen; ich habe Hütten rauchen und ihre Bewohner nackt und bloß davongehen sehen, und ich konnte nicht helfen. So bringt es das Treiben und Toben der Menschen in ihrem leidenschaftlichen Zustand mit sich. Aber gerne sehnt sich der bessere Mensch aus diesem wilden Gedränge heraus, und segnend grüße ich die Stunde, wo ich mich im Geiste mit guten, treuen Brüdern in jene höhere Regionen versetzen kann, wo ein reines, helles Licht uns entgegenstrahlt. Heilig ist mir daher die Maurerei, der ich bis zum Tode treulich anhängen werde, und jeder Bruder wird meinem Herzen stets teuer und wert sein."
  • Am 23. Juni 1780 wurde Johann Wolfgang von Goethe als Lehrling in die Weimarer Freimaurerloge "Anna Amalia zu den drei Rosen" aufgenommen. Bruder Wolfgang von Goethe, der über 50 Jahre Freimaurer war, sagte am 6.Mai 1827 zu Eckermann, der gleich alles über die Freimaurerei vor einer eventuellen Aufnahme wissen wollte: "So habt doch endlich einmal die Courage, Euch den Eindrücken hinzugeben, Euch ergötzen zu lassen, Euch erheben zu lassen, ja, Euch belehren und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen."
  • Am 05.02.1782 wurde Carl August, Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach die Weimarer Freimaurerloge "Anna Amalia zu den drei Rosen" aufgenommen. Am 02.03.1782, am gleichen Tag mit Goethe, zum Meister erhoben.
  • Karl Theodor von Dalberg erster Stuhlmeister der 1781 gestifteten Loge "Johannes zur brüderlichen Liebe" in Worms.
  • 1784 wurde Prof. Dr. phil. Johann Gottfried Gurlitt Mitglied der Magdeburger Loge "Ferdinand zur Glückseligkeit". 1785 besaß Gurlitt bereits den Meistergrad und fungierte als Redner der Loge. 1790 wandte sich Prof. Gurlitt von der Freimaurerei ab und verließ die Magdeburger Loge.
  • Am 14. Dezember 1784 wurde Wolfgang Amadeus Mozart in die Wiener Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit" aufgenommen.
  • Im Jahre 1784 wurde Johann Georg Schlosser erster Meister vom Stuhl der neugegründeten Freiburger Freimaurerloge "Zur edlen Aussicht".
  • Am 11. Februar 1785 wurde Joseph Haydn in der Freimaurerloge "Zur wahren Eintracht" aufgenommen.
  • Am 17. März 1788 wurde August Wilhelm Antonius Graf Neidhardt von Gneisenau in die Freimaurerloge "Zu den drei Felsen" der Großloge "Zu Den Drei Weltkugeln" in Schmiedeberg i.R. gewählt.
  • Wie seine beiden Brüder, gehörte auch Johann Friedrich Hugo von Dalberg während seines gesamten Lebens verschiedenen Freimaurerlogen an.
  • 1817 wurde Christian Ludwig Stieglitz Mitglied der Leipziger Freimaurerloge "Minerva zu den drei Palmen".
  • General Leopold Wilhelm von Dobschütz war u.a. Bruder im 4. Grad der Freimaurer-St.Johannis-Loge "Zur Eintracht im Orient" in Berlin und der St. Johannisloge "Zur biederen Vereinigung im Orient" in Groß-Glogau (1817)
  • Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg ließ sich als Freimaurer in ein weißes Tuch gehüllt auf der Parkinsel ohne Grabmahl bestatten.
  • 1842 wurde Ludwig Bechstein Freimaurer.
  • 1904 wurde Dr. Stephan Kekulé von Stradonitz Mitglied einer Berliner Freimaurerloge.
  • Carl von Ossietzky Mitglied einer Hamburger Freimaurerloge.
  • 1910 trat Ernst August Horneffer der Münchener Loge "Zum aufgehenden Licht an der Isar" bei. Nach dem II. Weltkrieg nahm Horneffer seine Verbindung zur Freimaurerei wieder auf und gehörte bis zu seinem Tod der Iserlohner Ortsloge "Zur deutschen Redlichkeit" an.

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Erfurter Freimaurerhäuser

An einigen Häusern in der Erfurter Altstadt kann man noch heute die Zeichen der Freimaurer entdecken.


Anger 10

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Anger 27

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Alle Fotos: Bernd Hohnstein