Pickelhaube

Preußische Pickelhaube

Aus der Serie Fundstücke aus dem Stadtmuseum mit Gudrun Noll und Dr. Steffen Raßloff (13.09.2012)


Sprichwörtliche Kopfbedeckung


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Zu einem Helm befragten wir Historiker Dr. Steffen Raßloff vom Förderverein des Stadtmuseums:


Pickelhauben stehen mitunter klischeehaft für Deutschlands martialische Seite. Was hat es mit dieser auf sich?

Sie trug um 1900 ein Soldat des preußischen Infanterieregimentes 94 aus dem benachbarten Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, ganz ähnlich der Kopfbedeckung des in Erfurt stationierten 3. Thüringischen Infanterieregimentes Nr. 71 des königlich-preußischen Heeres. Der „Helm mit Spitze“, wie es amtlich hieß, gehörte seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Standardausrüstung der preußischen Armee. Im Ersten Weltkrieg mit seinen mörderischen Grabenkämpfen und Granattrommelfeuern genügte dieses sprichwörtliche Symbol der Preußen jedoch nicht mehr den Anforderungen und wurde ab 1916 durch den Stahlhelm ersetzt.


Für welchen Teil der Stadtgeschichte steht der Helm?

Die zahlreichen militärischen Kopfbedeckungen von der Pickelhaube bis hin zum modernen Stahlhelm verweisen im Museum ebenso wie die Uniformen, Auszeichnungen oder Waffen auf die lange Erfurter Garnisongeschichte. Seit dem 17. Jahrhundert beherbergte Erfurt Angehörige schwedischer, kurmainzischer, kaiserlicher, französischer und preußischer Truppen, Reichswehr, Wehrmacht, Nationale Volksarmee und heute die Bundeswehr. Zeitweise machten preußische Offiziere und Soldaten ein Zehntel der Bevölkerung aus.


Siehe auch: Stadtmuseum Erfurt, Geschichte der Stadt Erfurt, Militär in Erfurt, Erster Weltkrieg