Fritz Markwardt

Fritz Markwardt

Erstellt Helmut Hentschel 16:52, 6. Apr. 2013 (UTC)

Prof. Dr. Dr. Markwardt 2009 beim Festakt 15 Jahre GGIZ in Erfurt

Professor Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Fritz Markwardt, geboren am 3. Dezember 1924 in Magdeburg, gestroben am 10. September 2011 in Erfurt, war ein deutscher Pharmakologe und Toxikologe. Er gründete und leitete das Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Akademie Erfurt und erwarb sich besondere Verdienste auf dem Gebiet der Pharmakologie der Hämostase und Thrombose.

Ausbildung

  • 1950 bis 1955 Studium der Pharmazie und Medizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald; schon während des Studiums Tätigkeit am Pharmakologischen Institut;
  • 1956 Habilitation im Fach Pharmazeutische Chemie mit der Arbeit "Untersuchungen über Hirudin", den gerinnungshemmenden Wirkstoff des medizinischen Blutegels (Hirudo medicinals);
  • Promotion für Medizin mit der Arbeit "Wirkstoffe aus blutsaugenden Tieren"
  • 1960 Habilitation für Medizin mit der Arbeit "Pharmakologie blutgerinnungshemmender Wirkstoffe" [1]

Lehrtätigkeit

Prof. Markwardt (1. Reihe links außen) im Kreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Akademie Erfurt
  • 1960 Ernennung zum Professor mit Lehrauftrag an der Universität Greifswald
  • 1961 Berufung auf den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie und Ernennung zum Direktor des gleichnamigen Instituts an der Medizinischen Akademie Erfurt; er leitete das Institut bis zu seiner Emeritierung 1990
  • Gastprofessuren in Chicago, Mailand und Szeged

Forschung

  • Forschungsschwerpunkt:
    pharmakologische Beeinflussung von Thrombose- und Hämostasevorgängen; Prof.Markwardt entwickelte das Institut zu einem international anerkannten Zentrum der Hämostaseforschung;
  • Wirkstoffgruppen:
    • Antikoagulanzien/Antithrombotika:
      - blutgerinnungshemmende Wirkstoffe aus blutsaugenden Tieren; Hirudin wurde 1955 von Prof. Markwardt isoliert sowie biochemisch und pharmakologisch charakterisiert; nachdem in den 1980er Jahren Hirudin gentechnisch hergestellt werden konnte, erfolgten unter seiner Leitung die präklinische Testung und die klinische Einführung von Hirudin als einem selektiven, hochwirksamen Thrombininhibitor;
      - synthetische Inhibitoren der Serinproteinasen des Blutes;
    • Fibrinolytika (Streptokinase, Urokinase, Pilzproteasen)
    • Antifibrinolytika (PAMBA);
    • Hemmstoffe der Thrombozytenaggregation;

Ehrungen

Mitgliedschaften

Auswahlbibliographie

  1. Markwardt, Fritz. Blutgerinnungshemmende Wirkstoffe aus blutsaugenden Tieren. Mit e. Vorw. von Walter H. Seegers; Jena : VEB G. Fischer 1963

Quellen

- Knut-Olaf Haustein. Professor Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Fritz Markwardt zum 80. Geburtstag. Ärztebl. Thüringen 2004; 15(12):619-620
- Karsten Schrör, Erika Glusa. Nachruf für Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Fritz Markwardt. Ärztebl. Thüringen 2011; 22(12):749-750