August Trinius Thueringen Gruenes Herz Deutschlands

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August Trinius

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Vor 175 Jahren wurde der beliebte Wanderschriftsteller August Trinius geboren, Vater des Slogans "Thüringen - Das grünen Herz Deutschlands".


Am 31. Juli 1851 erblickte Heinrich August Trinius in Schkeuditz das Licht der Welt. Zwei Jahre später zog die Familie nach Erfurt, wo Trinius aufwuchs. In seinen Erinnerungen beschreibt er, wie schon der kleine Junge vom Stadtrand sehnsüchtig auf die Höhen des Thüringer Waldes am Horizont schaute – der Beginn einer großen Leidenschaft. Zunächst verschlug es Trinius aber zur Ausbildung nach Berlin. Der angehende Buchhalter entdeckte dort seine Liebe zum Schreiben und machte diese bald erfolgreich zum Beruf. Seine Zeitgenossen verliehen ihm sogar den Ehrennamen „Fontane Thüringens“. Ob der Vergleich angemessen ist, sei dahingestellt. Tatsächlich aber feierte Trinius, mit Theodor Fontane gut bekannt, seine ersten Erfolge ebenfalls in Berlin mit Streifzügen durch die Mark Brandenburg und Geschichten der Reichseinigungskriege.

1890 machte er Thüringen zum Lebensmittelpunkt und zog nach Waltershausen. Als „Thüringer Wandersmann“ erlangte er fortan große Popularität. Das verdeutlichen zahlreiche Straßennamen, Denkmale und Orte wie Trinius-Quelle, Trinius-Blick, Trinius-Hütte und Trinius-Baude. Für Thüringerwald-Verein (1880) und Rennsteigverein (1896), Rückgrat der aufstrebenden Wanderbewegung, war Trinius mit seinem Wahlspruch „Wandern heißt leben!“ die Gallionsfigur. 1919 verstorben, erhielt er 1921 ein Grabmal auf dem Waltershäuser Friedhof anlässlich der Gründung des Bundes der Thüringer Berg-, Burg- und Waldgemeinden. All diese Vereine berufen sich noch heute auf ihn. August Trinius erwarb sich auch große Verdienste um die Anfänge des Tourismus. Sein Buch „Der Rennstieg. Eine Wanderung auf dem Kamm des Thüringer Waldes von der Werra bis zur Saale“ (1890) beförderte entscheidend den Aufstieg zu einer der beliebtesten Wanderregionen. Es folgten Wanderbücher aus vielen Gegenden Thüringens und Deutschlands.

Manches ist heute kaum noch geläufig. Als „Vater des Grünen Herzens“ aber hat sich Trinius einen Namen gemacht. Der Slogan tauchte 1896 erstmals in einem Aufsatz auf. Nachhaltig wirkte der Bestseller „Das grüne Herz Deutschlands. Eine Wanderfahrt durch den Thüringer Wald“ (1910). Dort bringt es Trinius auf den Punkt: „Wegen seiner geografischen Lage inmitten des geeinten Vaterlandes nennt man es das Herz Deutschlands und grün, den Reichtum und die Schönheit seiner weiten Wälder hervorzuheben.“ Zugleich sei Thüringen „durchtränkt von Kultur und Geschichte“ wie kaum eine andere Region.

Das Grüne Herz prägte bis in die frühe DDR-Zeit Tourismus und Identität der Thüringer. Nach 1990 knüpfte man wieder an die Marke an. Jüngst wurde das Grüne Herz jedoch von einigen Politikern und Historikern als „verstaubt“, „völkisch“ und „NS-nah“ verworfen. Die in den Vordergrund gerückte Nutzung im Dritten Reich findet sich freilich bei vielen Kulturthemen bis hin zu Welterbe Wartburg und Weimar. Zudem beschränkte sie sich auf klassische Werbung und war kein spezifischer „Nazi-Slogan“. Das Grüne Herz könnte so mit seiner zeitlosen Botschaft Tourismus, Marketing und Identität in Thüringen wieder profilieren. In dieser Hoffnung präsentiert der Freistaat bald die wiederbelebte Dachmarke, was laut Umfragen eine klare Mehrheit der Thüringer begrüßt.

Dr. Steffen Raßloff in Thüringer Allgemeine vom 31.07.2026.


Siehe auch: Thüringen Grünes Herz Deutschlands