Wissenschaftliche Stadtgeschichte Erfurt: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Die Erfurter Kulturverwaltung plant die Erarbeitung einer neuen umfassenden wissenschaftlichen Stadtgeschichte.'''
'''Die Erfurter Kulturverwaltung plant die Erarbeitung einer umfassenden wissenschaftlichen Stadtgeschichte für Erfurt.'''





Version vom 23. Januar 2022, 13:48 Uhr

Projekt wissenschaftliche Stadtgeschichte

Die Erfurter Kulturverwaltung plant die Erarbeitung einer umfassenden wissenschaftlichen Stadtgeschichte für Erfurt.


AltstadtPanorama.jpg

Die Erfurter Kulturverwaltung plant laut Dezernent Dr. Tobias Knoblich in den kommenden Jahren eine neue wissenschaftliche Stadtgeschichte (Thüringer Allgemeine vom 10.12.2021). Hierfür sollen zunächst unter Zustimmung des Stadtrats ein Konzept mit Finanzierungsplan erarbeitet sowie ein wiss. Beratungsgremium gegründet werden. Ziel ist es, die facettenreiche Stadtgeschichte der Mittelaltermetropole und heutigen Landeshauptstadt (Foto: Alexander Raßloff) in einer mehrbändigen Gesamtdarstellung aufzuarbeiten und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Letztmals wurde ein vergleichbares Projekt mit der von Willibald Gutsche herausgegebenen "Geschichte der Stadt Erfurt" (1986) realisiert. Das stark vom DDR-Geschichtsbild geprägte Buch repräsentiert jedoch nicht mehr den aktuellen Forschungsstand. Insbesondere kommt das Mittelalter zu kurz. Andererseits wurden seither viele Lücken geschlossen, was die Zeitschrift des Geschichtsvereins und zahlreiche Publikationen dokumentieren. International beachtete Forschungsleistungen liegen etwa zum jüdisch-mittelalterlichen Erbe vor, das in der Geschichte von 1986 mit einem einzigen Satz bedacht wird. Eine Überblicksdarstellung bietet erste Anknüpfungspunkte, mit weiteren Anstrengungen wäre so eine Gesamtdarstellung in drei bis vier Jahren umsetzbar.

Diese ist umso wünschenswerter, als Erfurt nicht nur im Vergleich mit den alten Bundesländern, sondern auch hinter Großstädte der Region wie Leipzig, Dresden und Halle zurückfällt. Gotha bereitet eine Stadtgeschichte für 2025 vor. Eine solches Projekt wäre auch für das Selbstbewusstsein der Erfurter Bürgerschaft, als Quelle wichtiger Informationen, weitergehender Forschungen, der Traditionspflege und als überregionaler Imagefaktor von Bedeutung. Das große Interesse spiegelt sich im Zuspruch von entsprechenden Publikationen, Veranstaltungen, Ausstellungen usw. Auch in der Landesgeschichtsforschung gibt es ein sehr positives Echo. Prof. Dr. Werner Greiling, Vorsitzender der Historischen Kommission für Thüringen, unterstützt "das Projekt einer modernen, an aktuellen Fragestellungen ausgerichteten Stadtgeschichte auf das Nachdrücklichste. Eine solche Darstellung würde weit über die Grenzen des Freistaates wahrgenommen werden."

(Dr. Steffen Raßloff)


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt