Malerisches Erfurt Valdeig Rassloff

Malerisches Erfurt

Die mehr als 100 Aquarelle des Malers Jürgen Valdeig mit Texten des Historikers Dr. Steffen Raßloff sind eine Liebeserklärung an die Stadt Erfurt, die geschichtsträchtige Metropole Thüringens.


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„Haupt des Thüringer Landes“ – so bezeichnete Hartmann Schedel in seiner „Weltchronik“ von 1493 die Stadt Erfurt. Bis in die Zeit des Thüringer Königreiches im 6. Jahrhundert lässt sich diese herausgehobene Stellung zurückverfolgen. Die heutige Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen blickt damit auf eine lange Tradition zurück, auch wenn sie diese Funktion offiziell erst im 20. Jahrhundert übernommen hat. Darüber hinaus gehörte Erfurt im Mittelalter zu den großen Metropolen des Reiches. Dank der weitgehend erhaltenen Altstadt rund um den imposanten Domhügel kann man noch immer in diese Blütezeit abtauchen.

Erfurt gehörte zwar dem Mainzer Erzbischof, erlangte aber reichsstadtähnliche Autonomie. Das Handels- und Kulturzentrum an wichtigen europäischen Fernstraßen blühte vor allem dank des Blaufärbemittels Waid auf. 1379 erhielt die Bürgerschaft das Privileg für die älteste Universität im heutigen Deutschland, deren bekanntester Student und Lehrer Martin Luther war. Mit dessen Eintritt ins Augustinerkloster 1505 begann das Ringen um die Reformation. Auch die jüdische Gemeinde hat mit der ältesten erhaltenen Synagoge Mitteleuropas beeindruckende Spuren hinterlassen.

Mit Beginn der Neuzeit war der Höhepunkt vorerst überschritten. 1664 folgte die Unterwerfung unter Mainz. Zugleich wurzelt in der kurmainzischen Epoche der Aufschwung des Erwerbsgartenbaus, der Erfurt den Ruf einer Blumenstadt einbrachte. Die 800-jährige Bindung an Mainz endete 1802 mit dem Übergang an Preußen. Erfurt stieg zur modernen Industriegroßstadt auf, in der die SPD 1891 ihr wegweisendes Erfurter Programm verabschiedete. Das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen 1970 mit Willy Brandt rückte die Stadt noch einmal in den Fokus der großen Geschichte.

Heute ist Erfurt eine Großstadt von 215.000 Einwohnern, die sich ihre beschauliche Lebensqualität bewahrt hat. Sie profitiert dank neuer Autobahnen und ICE-Knotenpunkt von ihrer Lage im Herzen Deutschlands, ist Messe- und Kongressstadt, Sitz des Bundesarbeitsgerichtes, des MDR und KIKA, einer Universität und Fachhochschule. Zu jener Erfolgsgeschichte zählt nicht zuletzt die Renaissance der malerischen Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört geblieben war. All dies wollen der Maler Jürgen Valdeig und der Historiker Dr. Steffen Raßloff als gebürtige Erfurter und damit echte „Puffbohnen“ ihren Lesern näherbringen.


Jürgen Valdeig/Steffen Raßloff: Malerisches Erfurt. Eine Liebeserklärung in Aquarellen. Erfurt 2019 (Sutton Verlag). (Herbst 2019)