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Version vom 3. Januar 2020, 15:28 Uhr

Kleine Geschichte der Stadt Leipzig

Das reich illustrierte Buch des Rhino Verlages im handlichen Westentaschen-Format bietet einen populärwissenschaftlichen Überblick zur Geschichte der Stadt Leipzig.


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Die Stadt Leipzig gehört mit ihren rund 600.000 Einwohnern zu den dynamischen Metropolen Deutschlands. Jene Position wurzelt tief in der Geschichte, wenngleich die Entwicklung der ursprünglich slawischen Siedlung Lipsk keineswegs geradlinig verlief. So brachten Kriege mehrfach Elend und Tod, allen voran die Völkerschlacht bei Leipzig 1813, an die eines der größten Nationaldenkmale erinnert. Leipzig konnte sich jedoch immer wieder von diesen Rückschlägen bis ins „Zeitalter der Extreme“ im 20. Jahrhundert erholen.

Im späten Mittelalter hatte der Aufstieg zur prosperierenden Handelsstadt begonnen, der im Status einer der wichtigsten Messestädte Europas gipfelte. Die 1409 gegründete Universität zählt zu den ältesten Deutschlands und macht Leipzig mit weiteren renommierten Hochschulen zu einem lebendigen Wissenschaftszentrum. Die führende deutsche Buchstadt des 19. und 20. Jahrhunderts, in der zahlreiche namhafte Verlage angesiedelt waren, spiegelt sich im Sitz der Deutschen Nationalbibliothek und der Leipziger Buchmesse.

Die wohlhabende Handelsstadt, von der Goethe als „Klein-Paris“ schwärmte, entwickelte zugleich ein ambitioniertes Kulturleben. Für die lebendige Musikstadt stehen Namen von Weltrang wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Richard Wagner ebenso, wie der Thomanerchor und das Gewandhausorchester. Zu den kulturellen Flaggschiffen zählen das Museum der bildenden Künste und viele weitere Kultureinrichtungen, aber auch ein lebendiges zeitgenössisches Kulturleben weit über die Neue Leipziger Schule hinaus.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert vollzog sich der Wandel zur Industriegroßstadt, die als viertgrößte Stadt Deutschlands über 700.000 Einwohner zählte. Rasant dehnte sich Leipzig in sein Umland aus, während die Innenstadt im Stil der Gründerzeit weitgehend überformt wurde. 1839 nahm von hier die erste deutsche Ferneisenbahn nach Dresden ihren Betrieb auf. Der imposante Hauptbahnhof von 1915 steht zusammen mit dem 1927 eröffneten Flughafen Leipzig/Halle und dem Autobahnring für den modernen Verkehrsknotenpunkt.

All diese Entwicklungen verdanken sich neben der Lage an wichtigen Verkehrstrassen und der Förderung durch den sächsischen Landesherrn ganz wesentlich dem Wirken der Bewohner Leipzigs. Im Gegensatz zur anderen sächsischen Metropole Dresden, die ihre Bedeutung aus der Rolle als glanzvolle Residenz- und Landeshauptstadt zieht, versteht sich Leipzig als selbstbewusste Bürgerstadt. Eine ihrer Sternstunden war die friedliche Revolution 1989, mit der die „Heldenstadt“ zugleich den Impuls für die deutsche Wiedervereinigung 1990 gab. Das „Klein-Paris“, in der DDR-Zeit von Verfall und Umweltverschmutzung bedroht, erlebte nun eine wahre Renaissance. Neben der Sanierung historischer Bausubstanz und markanten Neubauten gehört hierzu auch die Rekultivierung der umliegenden Tagebaulandschaft. All dies trägt mit zur Attraktivität des Tourismus-, Wirtschafts-, und Wissenschaftsstandortes bei.


Steffen Raßloff: Kleine Geschichte der Stadt Leipzig (Rhino Westentaschen-Bibliothek]). Ilmenau 2020. (erscheint März 2020)


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