FC Rot Weiss Erfurt: Unterschied zwischen den Versionen

Aus erfurt-web.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 32: Zeile 32:
Lesetipp:
Lesetipp:


Kummer, Michael: '''Die ungleichen Bedingungen des FC Rot-Weiß Erfurt und FC Carl Zeiss Jena in der DDR'''. Eisenach 2012.
Kummer, Michael: '''[http://www.schwarzkopf-verlag.net/store/p924/111_GR%C3%9CNDE%2C_ROT-WEISS_ERFURT_ZU_LIEBEN.html 111 Gründe, Rot-Weiß Erfurt zu lieben]'''. Berlin 2016.




Siehe auch: '''[[Steigerwaldstadion Erfurt|Steigerwaldstadion]]''', '''[[Multifunktionsarena Erfurt|Multifunktionsarena]]''', '''[[Stadion_Traditionen_Erfordium|Traditionen/Erfordium]]''', '''[[SSV Erfurt Nord]]''', '''[[Geschichte der Stadt Erfurt]]'''
Siehe auch: '''[[Steigerwaldstadion Erfurt|Steigerwaldstadion]]''', '''[[Multifunktionsarena Erfurt|Multifunktionsarena]]''', '''[[Stadion_Traditionen_Erfordium|Traditionen/Erfordium]]''', '''[[SSV Erfurt Nord]]''', '''[[Geschichte der Stadt Erfurt]]'''

Version vom 14. März 2016, 10:06 Uhr

FC Rot-Weiß Erfurt

1966 gegr. Fußballclub mit Tradition seit 1895 (Sportclub, Turbine) , Heimstätte: Steigerwaldstadion

1954 und 1955 DDR-Meister; 1991, 2004 Aufstieg in die 2. Bundesliga; 1991 Teilnahme am UEFA-Cup


RWELogo.png
RWELogo2.gif

Erster Vorläufer des FC RWE war der 1895 gegründete Erfurter Kricket Club. Bereits 1896 in Sportclub Erfurt umbenannt, entwickelte sich der gutbürgerliche SCE mit seinem Stadion an der Cyriaksburg (heutiges egapark-Gelände) zum erfolgreichsten Fußballclub Erfurts. 1900 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des DFB in Leipzig. Von 1903 bis 1910 holte der SC die Gaumeisterschaft von Thüringen bzw. Nordthüringen, 1908/09 sogar die Mitteldeutsche Meisterschaft. Erst im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft unterlag man dem späteren Titelträger FC Phönix Karlsruhe mit 1:9. Bis 1930 konnte noch mehrfach die Gaumeisterschaft und Thüringer Meisterschaft errungen werden, zu einem Sieg in der Mitteldeutschen Meisterschaft reichte es jedoch nicht mehr. Nach 1933 spielte der Verein sieben Jahre in der damals höchsten Spielklasse, der Gauliga.

1946 wurden in der Sowjetischen Besatzungszone alle bürgerlichen Sportvereine aufgelöst. Die Tradition ging zunächst auf die SG Erfurt-West über. Rasch etablierte sich der Erfurter Fußball im ostdeutschen Spitzenfeld. 1949 erreichte der Verein unter dem neuen Namen Fortuna Erfurt das Ostzonenfinale. 1950 verlor man als KWU Erfurt (Kommunales Wirtschaftsunternehmen) erneut das Finalspiel. 1951 erreichte die jetzige BSG Turbine Erfurt (Betriebssportgemeinschaft) das Entscheidungsspiel um die DDR-Meisterschaft, das sie gegen Chemie Leipzig 0:2 verlor.

Am 11. April 1954 erfüllte sich endlich der lange gehegte Wunsch. Nach mehreren knapp gescheiterten Anläufen konnte die BSG Turbine Erfurt nach einem 2:0 über die BSG Wismut Aue vor über 40.000 Zuschauern im Georgij-Dimitroff-Stadion den Gewinn der Meisterschaft in der DDR-Oberliga feiern. Mit 39:17 Punkten verwies man nach 28 Spieltagen die beiden härtesten Rivalen der Vorjahre auf die Plätze: BSG Chemie Leipzig (35:21) und SG Dynamo Dresden (34:22). Torschützenkönig wurde zudem der beliebte Erfurter Stürmer Siegfried Vollrath. Auch die Namen seiner Mitspieler haben noch immer bei traditionsbewussten Fans einen guten Klang: Heinz Grünbeck, Wilhelm Hoffmeyer, Helmut Nordhaus, Gerhard „Eddi“ Francke, Georg Rosbigalle, Jochen Müller oder Lothar Weise. Der Vater des Titels war Trainer Hans Carl. Ein Jahr später gelang der jetzt in SC Turbine Erfurt umbenannten Mannschaft noch einmal die Titelverteidigung.

An diese großen Erfolge konnte jedoch später nicht angeknüpft werden. Der Club stieg sogar mehrfach in die 2. Liga ab (1959, 1964, 1966, 1970). Am 26. Januar 1966 wurde schließlich der FC Rot-Weiß Erfurt gegründet, womit die ständigen Namensänderungen ein Ende fanden. Trotz dieser privilegierten Einstufung als Fußballclub mit der Strukturreform 1965/66 stand man bis zum Ende der DDR im Schatten der großen DDR-Clubs in Berlin, Dresden, Jena, Magdeburg oder Leipzig. Auch die mit erfrischendem Offensivfußball überzeugende Mannschaft der 1980er Jahre, zu der etwa der "Wundersturm" mit Jürgen Heun, Martin Busse und Armin Romstedt gehörte, verfehlte stets ihr Ziel einer Teilnahme am Europapokal.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 ging es für Rot-Weiß wie für fast alle DDR-Traditionsclubs bergab. Zwar konnte man sich 1991 für die 2. Bundesliga qualifizieren, stieg aber ebenso wie nach dem erneuten Aufstieg 2004 sofort wieder ab. 1991 nahm RWE als Drittplatzierter der letzten Oberliga-Saison das erste und bisher einzige mal am UEFA-Pokal teil (1:0/1:0 FC Groningen, 1:2/0:3 Ajax Amsterdam). Seit 2008 spielt der Club in der Dritten Liga.

2012 hat der Erfurter Stadtrat den Umbau des heimischen Steigerwaldstadions zur modernen Multifunktionsarena beschlossen, wofür das Thüringer Wirtschaftsministerium Fördermittel akquiriert hat. Das Projekt soll bis Herbst 2016 umgesetzt werden. Auf dieser Grundlage strebt der Club perspektivisch den Aufstieg in die 2. Bundesliga ("Mission 2016") an. Im neuen Stadion soll auf Initiative von Fans auch ein Sportmuseum Erfordium mit Schwerpunkt auf der Geschichte des FC Rot-Weiß Erfurt und dessen Vorgängern eingerichtet werden.

(Abb.: Vereinslogo FC RWE jeweils mit leichten Veränderungen seit 1986 und 1966-86)

(Dr. Steffen Raßloff)


> Platzierungen seit 1949

> Homepage des FC Rot-Weiß Erfurt

> Am 11. April 1954 gewinnt Turbine ersten DDR-Meistertitel (Thüringer Allgemeine, 11.04.2014)


Lesetipp:

Kummer, Michael: 111 Gründe, Rot-Weiß Erfurt zu lieben. Berlin 2016.


Siehe auch: Steigerwaldstadion, Multifunktionsarena, Traditionen/Erfordium, SSV Erfurt Nord, Geschichte der Stadt Erfurt