Ausstellung Bier Stadtmuseum Erfurt 2018

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Erfurt und das Bier

Das Stadtmuseum Erfurt zeigt vom 16. September 2018 bis 27. Januar 2019 die Sonderausstellung "Es braut sich was zusammen – Erfurt und das Bier". Sie lässt die Geschichte des Bieres von der Antike bis hin zur industriellen Produktion in Großbrauereien lebendig werden.


Bereits dreimal begab sich das Stadtmuseum Erfurt auf eine erfolgreiche Reise zur Kulturgeschichte unserer Ernährung und setzte sich mit beliebten Heißgetränken auseinander: Kaffee und Kakao. Publikumswirksam spielte dabei sogar die Erotik eine wichtige Rolle. Es ist nur folgerichtig, dass endlich auch das Getränk in den Fokus genommen wird, das scheinbar untrennbar mit der „deutschen Seele“ verbunden und heute die Basis eines Wirtschaftszweiges ist, der sich zu einem wesentlichen Teil der Landwirtschaft und der Industrieproduktion innerhalb der EU und weltweit entwickelt hat – das Bier.

In 13 Kapiteln resp. Bildern möchte das Stadtmuseum die Geschichte dieses Getränkes erzählen und dabei seine Reise in weiter Vergangenheit im Nahen Osten beginnen, mittelalterliche Klosterbrauereien besuchen und den Mönchen beim Brauen über die Schulter schauen. Es wird in der mittelalterlichen Stadt nach den Biereigenhöfen und den ersten Reinheitsgeboten fahnden, die natürlich nicht nur aus Bayern stammen. Es wird in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges den Schwedenkönig verfolgen. Der Besucher wird beispielhaft die technischen Innovationen der Industrialisierung erleben und nachvollziehen, wie aus einem ehrbaren Handwerk ein mächtiger Wirtschaftszweig entsteht.

Der Zusammenhang von Bier und Politik wird nicht nur behauptet sondern nachvollziehbar gestaltet am Beispiel der Bauernkriege und der Revolution von 1848. Es wird deutlich, dass eine Stadt ohne Brauereien gar nicht denkbar ist. Den gestalterischen Einfallsreichtum der Wirtshauskultur, die Darreichungsformen und ihre Verpackungen bis hin zu den Skurrilitäten der Biermarken, -deckel, -büchsen und -gläsersammler wird man bewundern können. Und abschließend wird sich der in der Gegenwart wieder angekommene und aufgeschlossene Besucher die Frage stellen müssen, wer eigentlich von wem abhängig ist in dem Verhältnis von Werbeindustrie und Bier und ob die kleinen, modernen Craft-Beer-Brauereien nichts anderes sind als die Wiederkehr der mittelalterlichen Biereigen, nur mit Stromanschluss, Wirtschaftsdiplom und Bio-Siegel.