Geschichte Thüringens Beck Wissen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Thüringen.Beck.jpg|300px|right]]Dieses Buch gibt einen informativen Überblick zur thüringischen Landesgeschichte einschließlich der Ur- und Frühgeschichte. Es bringt dem Leser jene klar umrissene Landschaft in der Mitte Deutschlands vom Königreich der Thüringer über die Landgrafschaft Thüringen und sprichwörtliche Kleinstaatenwelt bis hin zum heutigen Freistaat näher. Dabei erschließt sich auch die Bedeutung Thüringens als “Herzland deutscher Kultur” um Welterbe Wartburg und Weimar.  
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[[Datei:Thüringen.Beck.jpg|350px|right]]Das Buch des Erfurter Historikers Steffen Raßloff gibt einen Überblick zur thüringischen Landesgeschichte einschließlich der Ur- und Frühgeschichte. Thüringen zählt zwar zu den kleineren Ländern der Bundesrepublik, kann allerdings auf eine mehr als 1500-jährige Geschichte zurückblicken, die besonders im kulturellen Bereich von großer Bedeutung ist. Das Kulturland um Welterbe Wartburg und Weimar war bis ins 20. Jahrhundert hinein kein einheitliches Staatsgebilde, sondern vielmehr Inbegriff deutscher Kleinstaaterei. Dennoch bestand das Bewusstsein einer "Einheit in der Vielfalt", die sich auf das Königreich der Thüringer aus dem 6. Jahrhundert und die glanzvolle Landgrafschaft Thüringen des 12. und 13. Jahrhunderts berufen konnte. Erst zwischen 1920 und 1990 wurde die staatliche Vereinigung bis hin zum heutigen Freistaat vollzogen.
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Thüringen verkörpert so beispielhaft die Vorzüge des Föderalismus in Deutschland. Fürstlicher Repräsentationsgeist bescherte ihm Schlösser, Parks, Museen, Bibliotheken und Theater in einmaliger Dichte, machte es zum Synonym des Landes der Dichter und Denker. Das Bild vom "Land der Residenzen" wird durch die mittelalterliche Metropole und heutige Landeshauptstadt Erfurt sowie die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen abgerundet. Die jüngere Geschichtsschreibung hat zudem auch bedeutende politische, soziale und ökonomische Innovationskräfte für die Moderne herausgearbeitet.
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Das Buch konzentriert sich auf die großen Linien eines politikgeschichtlichen Überblicks, der allerdings die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte nicht ausspart. Dabei werden die Verflechtungen mit den Nachbarländern ebenso einbezogen, wie die überregionalen Bezüge. Bei letzteren ist besonders an die von Thüringen ausgehenden kulturhistorischen Impulse zu denken, wie der Minnesang am Landgrafenhof, Luthers Weg zum Reformator und seine Bibelübersetzung auf der Wartburg, die Musik Bachs, das Wirken der Klassiker um Goethe und Schiller oder die Modernisierung von Architektur und Design durch das Bauhaus in Weimar.
  
  
 
'''[[SteffenRassloff|Steffen Raßloff]]: Geschichte Thüringens.''' München (C.H.Beck) 2010 (Beck`sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen; 2616). ISBN 978-3-406-60523-9 (Erscheint am 31. August 2010)
 
'''[[SteffenRassloff|Steffen Raßloff]]: Geschichte Thüringens.''' München (C.H.Beck) 2010 (Beck`sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen; 2616). ISBN 978-3-406-60523-9 (Erscheint am 31. August 2010)

Version vom 30. Mai 2010, 11:48 Uhr

Geschichte Thüringens

Thüringen.Beck.jpg

Das Buch des Erfurter Historikers Steffen Raßloff gibt einen Überblick zur thüringischen Landesgeschichte einschließlich der Ur- und Frühgeschichte. Thüringen zählt zwar zu den kleineren Ländern der Bundesrepublik, kann allerdings auf eine mehr als 1500-jährige Geschichte zurückblicken, die besonders im kulturellen Bereich von großer Bedeutung ist. Das Kulturland um Welterbe Wartburg und Weimar war bis ins 20. Jahrhundert hinein kein einheitliches Staatsgebilde, sondern vielmehr Inbegriff deutscher Kleinstaaterei. Dennoch bestand das Bewusstsein einer "Einheit in der Vielfalt", die sich auf das Königreich der Thüringer aus dem 6. Jahrhundert und die glanzvolle Landgrafschaft Thüringen des 12. und 13. Jahrhunderts berufen konnte. Erst zwischen 1920 und 1990 wurde die staatliche Vereinigung bis hin zum heutigen Freistaat vollzogen.

Thüringen verkörpert so beispielhaft die Vorzüge des Föderalismus in Deutschland. Fürstlicher Repräsentationsgeist bescherte ihm Schlösser, Parks, Museen, Bibliotheken und Theater in einmaliger Dichte, machte es zum Synonym des Landes der Dichter und Denker. Das Bild vom "Land der Residenzen" wird durch die mittelalterliche Metropole und heutige Landeshauptstadt Erfurt sowie die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen abgerundet. Die jüngere Geschichtsschreibung hat zudem auch bedeutende politische, soziale und ökonomische Innovationskräfte für die Moderne herausgearbeitet.

Das Buch konzentriert sich auf die großen Linien eines politikgeschichtlichen Überblicks, der allerdings die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte nicht ausspart. Dabei werden die Verflechtungen mit den Nachbarländern ebenso einbezogen, wie die überregionalen Bezüge. Bei letzteren ist besonders an die von Thüringen ausgehenden kulturhistorischen Impulse zu denken, wie der Minnesang am Landgrafenhof, Luthers Weg zum Reformator und seine Bibelübersetzung auf der Wartburg, die Musik Bachs, das Wirken der Klassiker um Goethe und Schiller oder die Modernisierung von Architektur und Design durch das Bauhaus in Weimar.


Steffen Raßloff: Geschichte Thüringens. München (C.H.Beck) 2010 (Beck`sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen; 2616). ISBN 978-3-406-60523-9 (Erscheint am 31. August 2010)